Wintersonnenwende

Sie möchten wissen, was mit dem Begriff „Wintersonnenwende“ bezeichnet wird? Das erfahren Sie im Folgenden. Kurz gesagt, wird mit „Wintersonnenwende“ oder „Wintersonnwende“ der Zeitpunkt benannt, zu dem die Sonne im Verlauf eines Jahres über dem Horizont am niedrigsten steht. Gemeint ist dabei mit „Zeitpunkt“ die Mittagszeit.

Wintersonnenwende der nördlichen Hemisphäre

Die Wintersonnenwende findet auf der Nordhalbkugel beziehungsweise an Orten des nördlichen Wendekreises entweder am 21. Dezember oder am 22. Dezember statt – bei der Sommersonnenwende kann es sogar einer von drei Tagen sein.

Der Tag der Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag des Jahres, die sich anschließende Nacht die längste des Jahres. Danach nimmt die Sonneneinstrahlung kontinuierlich zu, sodass die Tage wieder länger werden.

Wintersonnenwende der südlichen Hemisphäre

In der Mitteleuropäischen Zeitzone fällt die Wintersonnenwende bis zum Jahr 2099 öfter auf den 21. Dezember als auf den 22. Dezember. Ab dem Jahr 2100 wird sich das ausgleichen, da 2100 kein Schaltjahr ist.

Für die Südhalbkugel ergibt sich – zeitlich betrachtet – ein gespiegeltes Bild: Dort ist Winter, wenn nördlich des Äquators Sommer ist. Deswegen fällt die Wintersonnenwende an Orten des südlichen Wendekreises meistens auf den 20. oder 21. Juni und manchmal auf den 22. Juni.

Alles in allem hat die Ermittlung des genauen Datums mit der geografischen Koordinaten eines Ortes und der Zeitzone, in der er liegt, zu tun. Zum Beispiel ist 2016 in Amerikanisch-Samoa (Südhalbkugel) am 20. Dezember Sonnenwende, in London (Nordhalbkugel) am 21. Dezember und auf Kiritimati (am Äquator und Datumsgrenze) am 22. Dezember.

Was ist der Winterpunkt und was der Sommerpunkt?

In Bezug auf die Sterne im Hintergrund, befindet sich die Sonne im Moment der Wintersonnenwende im sogenannten Winterpunkt. Darunter versteht man den Punkt der Ekliptik, also des Weges, den die Sonne am Himmel entlang zu wandern scheint, der genau 90° vom Frühlingspunkt entfernt ist. Mit diesen Hintergrundsternen sind die Sternbilder Schütze und Steinbock gemeint: Zwischen ihnen hält sich die Sonne im Winterpunkt auf. Im Sommerpunkt ist sie 90° vom Herbstpunkt entfernt und zwischen den beiden Sternbildern Stier und Zwillinge auszumachen.

Wintersonnenwende: Feste früher und heute

Weil die Tage nach der Wintersonnenwende wieder länger werden, war dieses Ereignis bereits in vorchristlichen Kulturen ein Anlass zum Feiern: Die dunkle Zeit geht zu Ende, die Sonne haucht der Erde neues Leben ein. Das alte Jahr ist vorbei, das neue Jahr nimmt seinen Anfang.

Stonehenge in England, ein in der Jungsteinzeit errichtetes Bauwerk, das aus einer Grabenanlage und mehreren Steinkreisen besteht, war für damalige Clans ein Kultstätte. Zur Wintersonnenwende haben sie dort ein Fest der Wiedergeburt zelebriert, was anhand von Funden in der Umgebung des großen Steinkreises nachgewiesen wurde.

Die Wintersonnenwende ist eine der heiligsten Feiern zu Ehren der Sonne. Die dazugehörige Nacht wird auch als „Mutternacht“ bezeichnet: Nach altem Mythos wird das Sonnenkind von der Göttin tief unter der Erde, wo es dunkel und still ist, wieder zur Welt gebracht.

Bis heute werden einige der alten Bräuche in puncto Wintersonnenwende, die von den Römern Germanen, Kelten, Heiden und Christen stammen, bei Festen zur Wintersonnenwende und während der Rauhnächte gepflegt.